Wie viel darf Wasser kosten? Ein historischer Abriss der Wasserpreispolitik in Frankfurt am Main im 19. Jahrhundert

Was ist ein angemessener Wasserpreis? Seit 2007 sehen sich hessische Wasseranbieter mit Kartellverfahren wegen überhöhter Wasserpreise konfrontiert. Die Diskussion über angemessene Wasserpreise ist jedoch keine aktuelle Debatte. Als die Stadt Frankfurt am Main im 19. Jahrhundert ihre moderne Wasserversorgung aufbaute, waren die Wasserpreise Grund für heftige Debatten im Stadtparlament. Das Ergebnis war außergewöhnlich und zeichnete den sozialen Weg Frankfurts in die Moderne ab.

Das ist ein guter Tag für die Wasserkunden in Hessen“ [1]. Als der hessische Wirtschaftsminister Dieter Posch am 2. Februar 2010 diese Worte sagte, war das Urteil des Bundesgerichtshofs im Streit um überhöhte Wasserpreise in Hessen bereits zugunsten der Kartellbehörde gefallen. Die Richter hatten die Beschwerde des Wetzlarer Wasserversorgers  Enwag gegen die hessische Landeskartellbehörde abgewiesen. Die Kartellbehörde hatte den Versorger abgemahnt und die Senkung der Wasserpreise um rund 30 Prozent gefordert. Wettbewerbsexperten sehen mit diesem Urteil eine Lawine in Gang getreten, die die gesamte Wasserwirtschaft in Deutschland verändern könnte. Wasserversorgungsunternehmen könnten nun gezwungen werden, effi zienter zu arbeiten und ihre Kostenstrukturen off ener zu gestalten, denn in der Wasserwirtschaft prägen momentan enorme Preisunterschiede das Geschäft.



Copyright: © Oldenbourg Industrieverlag
Source: GWF 05/2010 (Mai 2010)
Pages: 6
Price: € 6,00
Autor: M.A. Anna Leiss

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